Henrik Enderlein Detlef Junker Stormy Mildner Katharina Gnath Josef Braml
Abstract
Henrik Enderlein, Hertie School of Governance, Berlin, befürchtet, dass die Erwartungen, die mit der Wahl Barack Obamas zum neuen US-Präsidenten verknüpft sind, zu hoch seien. Obama erbe mit seinem Amtsantritt eine kaum zu bewältigende ökonomische Herausforderung, so dass die Wirtschaftspolitik zum fast alleinigen Leitmotiv der ersten Jahre werden müsse und er alles tun werde, um die US-Ökonomie bis zum Frühjahr 2012 wieder zu einem soliden Aufschwung zu führen. Für Europa heiße dies, dass Obama nichts unternehmen werde, was diesem Ziel zuwider laufen könne. Deshalb solle man keinen »großen multilateralen Moment in der amerikanischen Wirtschaftspolitik« erwarten. Auch Detlef Junker, Center for American Studies, Universität Heidelberg, warnt vor zu großen Hoffnungen. Für ihn ist es eher wahrscheinlich, dass »trotz der Euphorie über die Wahl Obamas das transatlantische Verhältnis mittelfristig durch eine Krise enttäuschter Erwartungen geprägt sein wird«. Denn die strukturellen Differenzen, die auch nach dem 20. Januar 2009 bestehen bleiben und sich in der Erwartung und Mentalität der Mehrheit der Europäer und Amerikaner spiegeln, begrenzen den Handlungsspielraum der Regierungen. Stormy Mildner, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin, nennt vor allem die Reform der internationalen Finanzmarktarchitektur und die Energie- und Klimapolitik als die Bereiche, in denen sich die Europäer mehr transatlantische Kooperation versprechen. Inwieweit Obama diesen Erwartungen entsprechen werde, bleibe allerdings abzuwarten. Und Katharina Gnath und Josef Braml, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Berlin, sehen vor allem »schwere Zeiten für den multilateralen Freihandel« kommen.
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Publisher Info
Article provided by Ifo Institute for Economic Research at the University of Munich in its journal ifo Schnelldienst.